Der Deutsche Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund ist eine von der FCI (Nr.166, Gr.1, Sek.1) anerkannte deutsche Hunderasse. Er gilt als die weltweit beliebteste Gebrauchshunderasse.

 

1. Herkunft und Geschichtliches

2. Beschreibung

3. Varianten

4.Wesen

5. Preise

6. Entwicklung der Rasse

7. FCI-Standard

 

 


Herkunft und Geschichtliches

Bereits der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet von einem "wolfsähnlichen Hund im Land am Rhein". Es ist gut möglich, daß der Deutsche Schäferhund und die nah verwandten holländischen und belgischen Schäferhunde schon seit Jahrtausenden weitgehend in der heutigen Gestalt existierten. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war der Schäferhund in ganz Deutschland beliebt, und er breitete sich rasch auch im Ausland aus.


Horand von Grafrath

Die weltweit häufigste Rasse entstand im Rahmen eines Zuchtprogramms, das Max von Stephanitz und sein Freund Artur Mayer Ende des 19. Jahrhunderts einleiteten. Unter Verwendung von lang-, kurz- und rauhaarigen Schäferhundlokalschlägen aus Württemberg, Thüringen und Bayern schufen von Stephanitz und andere engagierte Züchter den eleganten, intelligenten, gehorsamen und stattlichen Deutschen Schäferhund. Hektor Linksrhein genannt Horand von Grafrath war der Stammvater dieser Zucht.

Max von Stephanitz beschrieb den temperamentvollen Ahnherrn Horand von Grafrath u.a. folgendermaßen: "Wundervoll in einer anschmiegsamen Treue zum Herrn, ..., ungebändigt in seiner überschäumenden Lebensfülle, ..., nie müßig, immer unterwegs, gutmütig ..., aber kein Schmeichler; ein Kindernarr und immer - verliebt. Seinem Beobachter ein dauernder Genuß, ... ."

Bis 1915 wurden sowohl langhaarige ("altdeutsche") als auch rauhaarige Schläge ausgestellt. Heute ist in den meisten Ländern nur die stock- bzw. kurzhaarige Form als Ausstellungshund zugelassen. 

 


Beschreibung

Der Deutsche Schäferhund ist ein kräftig und stark bemuskelter Hund von wolfsähnlichem Aussehen. Sein Wesen ist ausgeglichen, nervenfest, kinderfreundlich, gutartig, aber auch mutig, mit Drang zur Unterbeweisstellung seiner Furchtlosigkeit. Wenn es die Lage erfordert, kann er auch kämpferisch und hart sein.

Der Widerrist bildet den höchsten Punkt des Rückens. Die Größe wird beim Widerrist gemessen. Bei einem ausgewachsenen Schäferhund beträgt die Widerristhöhe bei Rüden ca. 63cm und bei Hündinnen ca. 57cm. Das Gewicht liegt bei etwa 35kg.

Der Oberkopf nimmt ca. die Hälfte der Gesamtkopflänge ein. Die Stirn ist nur wenig gewölbt und der Fang ist kräftig. Die Lippen sind straff, trocken und schließen gut. Beim Gebiss sind die Schneidezähne scherenartig übereinander. Der Welpe hat 28 und der erwachsene Schäferhund 42 Zähne.

Die Ohren sind am Grund breit und hoch angesetzt. Sie laufen spitz aus und sind mit der Muschel nach vorne gerichtet. Knick- oder Hängeohren gelten gemäß FCI-Standard als fehlerhaft. Die Augen sind lebhaft, dunkel, ausdrucksvoll und etwas schräg liegend. Der Hals ist kräftig und gut bemuskelt.

Die Rute wird vom 13. bis zum 23. Wirbel gebildet und reicht vom Hinterfuß bis zum Sprunggelenk. Der Rücken ist gerade, kräftig und fest. Er besitzt 13 Rückenwirbel und 7 Lendenwirbel. Die Pfoten sind rundlich und kurz, auch die Nägel sind kurz und kräftig.

Die häufigsten Farben sind schwarz, gelb, braun, rotbraun und grau.

Die Lebensdauer eines Schäferhundes ist oft sehr unterschiedlich. Vereinzelte Exemplare können bei guter Pflege und Züchtung auch bis zu 16 Jahre alt werden. In der Regel beträgt die Lebensdauer des Deutschen Schäferhundes 9-12 Jahre, im Mittel 10,5 Jahre.

 


Varianten

Kurzhaar (Stockhaar)

Beim "gewöhnlichen" kurz (stock)haarigen Schäferhund muss zwischen folgende zwei Populationen unterschieden werden:

Den Hunden aus der sogenannten "Hochzucht" (Schönheitszucht) und den Hunden aus der "Leistungszucht" bzw. "aus Arbeitslinien" (Gebrauchshundezucht)

Hochzucht

Züchter der ersteren Linie legen generell größeren Wert auf die Anatomie der Hunde (Fell, Körperbau,... ). Ziel ist die Zucht eines schönen, möglichst dem Rassestandard entsprechenden Hundes mit "Trabergebäude". Die meisten Hochzuchthunde haben die Schäferhund-Farbe "schwarz gelb". Die Züchter konkurrieren mit ihren Hunden bei Zuchtschauen um die beste Bewertung. Neben der Anatomie muss der Hund bei einer "Gangswerksprobe" seine Kondition und die gewünschte aufmerksame und selbstsichere Ausstrahlung bei raumgreifendem Trab zeigen. Höhepunkt ist die jährlich stattfindende internationale Bundessiegerzuchtschau des Vereins für deutsche Schäferhunde e.V.(SV) bei der die schönsten Hunde gegeneinander antreten. Nur hier wird auch das besonders wertvolle Zuchtprädikat VA ("vorzüglich Auslese") vergeben.

Nachteil dieser Züchtungen sind zunehmend auftretende anatomische- (Überwinkelung, Übergröße) und Wesensmängel (eingeschränkte Umweltsicherheit). Hinzu kommt der zunehmende Verlust der eigentlichen Gebrauchshundeeigenschaften (Härte, Mut, Schärfe, Arbeitsbereitschaft, Bewegungsfreude, ausreichender Beutetrieb). Einige Schäferhunde sind kaum noch für Hundesport geschweige denn als Diensthunde zu gebrauchen. Für viele Hunde ist es ein Problem die Hürden zur Zuchtzulassung (Begleithunde-, VPG(Schutzhund)1-Prüfung und den Schutzdienst bei der "Körung") zu bestehen, weshalb dort vom Richter oder Körmeister teilweise auch mal ein Auge zugedrückt werden muss. Grund für die Zunahme der Belgischen Schäferhunde als Diensthunde ist neben dem schlechteren Gesundheitszustand (Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogengelenksdysplasie, Allergien) und der kürzeren Lebenserwartung ein Mangel an Schäferhunden welche den geforderten Kriterien an Trieb- und Wesenseigenschaften noch entsprechen können.

Bekannte Zwinger: Von Batu, von Bad Boll, von Arminius, vom Farbenspiel, vom Thermodos, aus Agrigento, vom Fichtenschlag, van Noort, vom Elzmündungsraum, von Arlett, d` Ulmental, von Tronje, Karats,...

Leistungszucht

Züchter der Leitungslinien legen neben der Anatomie maßgeblichen Wert darauf Hunde zu züchten, welche im Gebrauchshundesport und teilweise auch als Diensthunde erfolgreich sein können. Die Hunde sind meist (dunkel) grau oder schwarz (teilweise mit gelben Abzeichen (meist Beine oder Zehen)). Die Hunde sind deutlich weniger gewinkelt und zeigen eine weniger steil abfallende Rückenlinie. Deshalb sind sie wendiger und könne auch besser über bzw. auf Hindernisse springen. Neben der günstigeren Anatomie soll auch das Triebverhalten des Hundes ausgeprägter sein. Guter Spiel- oder Beutetrieb welcher sich mit der Aggressionsfähigkeit des Hundes (Kampftrieb) die Balance hält und eine gewisse Härte des Hundes machen den idealen Gebrauchshund aus. Hinzu kommt eine hohe Selbstsicher- und Umweltsicherheit und gute Nerven - die typischen Schäferhundeeigenschaften eben. Höhepunkt der Saison im Gebrauchshundesport des Vereins für deutsche Schäferhunde e.V. (SV) ist die Bundessiegerprüfung bei der die besten deutschen Hundeführer und Hunde in der Sparte VPG(Schutzhund)3 gegeneinander antreten. Die Erstplazierten qualifizieren sich zur Teilnahme der internationalen WUSV (Weltunion der Schäferhundevereine) Meisterschaft.

Leider ist aber auch in der heutigen Gebrauchshundezucht nicht alles Gold was glänzt. Die Hunde leiden zunehmend an Rückenproblemen (Cauda equina compressions Syndrom, Spondylose). Teilweise fehlt es den Hunde an Führigkeit (Sturheit) oder sie sind nervlich zu "angekratzt" (Aggressivität gegenüber dem Hundeführer bei Einwirkung, Ruhelosigkeit, fehlende Umweltsicherheit). Hinzu kommt eine Einengung des zur Zucht zur Verfügung stehenden Genpools aufgrund weniger verbliebener Zuchtlinien und von Inzucht.

Diese Leistungshunde stellen im Allgemeinen viel höhere Anforderungen an den Hundeführer (Besitzer). Er muss in der Lage sein dem Hund seine Grenzen zu zeigen. Weiterhin muss der Hund besonders ausgelastet und artgerecht beschäftigt werden, da er sonst seiner Unzufriedenheit z.B. an der Wohnungseinrichtung Luft macht. Weiterhin kann es zu Ersatzhandlung wie andauerndem lecken/kratzen (Folge ist ein "Leckekzem") kommen.

Bekannte Zwinger: Vom Kammberg, vom Prielberg, von der Maineiche, von Karthago, vom Mörfelder Land, von der Döllenwiese, von Haus Pixner, von der Mohnwiese, vom Stoffelblick, vom Casta Regina, vom Stettener Tal, vom Waldwinkel, von der Schiffslache, von der bösen Nachbarschaft, Raccoon`s, vom Schmiedergarten, aus der Eichendorffsiedlung, vom Lindsdorfer Land, von den Wannaer Höhen, van`t Enclavehof, Haus Antverpa, ...

Langhaar (Altdeutscher Schäferhund)

Der langhaarige Deutsche Schäferhund wird auch als Altdeutscher Schäferhund bezeichnet und ist eine nicht von der FCI anerkannte Hunderasse. Gemäß FCI-Standard (Fehler K) ist die langhaarige Variante als Deutscher Schäferhund ebenfalls von der Zucht auszuschließen. Langhaarige Exemplare erhalten beim SV zwar Papiere, dürfen aber nicht zu Zucht eingesetzt werden. Sie treten auch bei Würfen zweier kurzhaariger Elterntiere auf. Bei der Hochzucht sind Langhaarwelpen verbreiteter als bei der Leistungszucht.

Weißer Schäferhund

Der weiße Schäferhund wird unter dem Rassenamen Berger Blanc Suisse gesondert behandelt. Gemäß FCI-Standard (Fehler J) ist weißes Fell beim Deutschen Schäferhund ein Ausschlussgrund, d.h. mit diesen Tieren darf nicht gezüchtet werden. Neben der Fellfarbe unterscheiden sich die weißen Schäferhunde trotz ähnlicher Anatomie vom Wesen und ihren Eigenschaften her stark von Deutschen Schäferhund. Auch bei guter Sozialisierung zeigen die Hunde oft eine Umweltunsicherheit und sind eher scheu und zurückhaltend oder gar ängstlich gegenüber fremden Menschen. Ihr Beute- und Kampftrieb sowie ihre Härte ist überwiegend kaum oder deutlich schwächer ausgeprägt, weshalb sich die Hunde nur in Einzelfällen für Gebrauchshundesport eignen. 

 


Wesen

Der Deutsche Schäferhund ist vom Wesen her ausgeglichen, selbstsicher, treu, anhänglich, klug, wachsam. Er wird als Hund der Superlative bezeichnet, was Intelligenz, Führigkeit, Arbeitsbereitschaft und körperliche Gewandtheit anbelangt. Daher ist er nicht nur für seinen ursprünglichen Verwendungszweck, das Hüten einer Schafherde, geeignet, sondern ebenso als Schutzhund wie als Polizei- und Fährtenhund, als Blindenführhund und als Rettungshund. Er ist der perfekte Familienhund, da er einen ausgeprägten Familiensinn besitzt.

Deutsche Schäferhunde sind zwar Sportlertypen, sie lieben aber auch lange Spaziergänge und brauchen viel Bewegungsfreiheit und Familienanschluss. Sie bevorzugen kühlere Temperaturen.

Der Deutsche Schäferhund gilt als der "Allrounder" unter den Hunderassen. Er ist weltweit (noch) der beliebteste Gebrauchshund.

 


Preise

Welpenpreise

Die Preise für Welpen aus einer VDH-Zuchtlinie liegen zwischen 600 und 1000 Euro. (Stand: Mai/2005) Welpen sollen mit Papieren (Ahnentafel, erste Impfbescheinigung usw.) abgegeben werden.

Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß es günstigere Welpen gibt, beispielsweise solche mit Knickohren, die nebenbei bemerkt, sehr hübsch aussehen. Natürlich können solche Hunde nicht zur Zucht innerhalb des VDH verwendet werden, haben aber ansonsten die gleichen Eigenschaften, wie ihre stehohrigen Geschwister.

Wesentlich teurere Welpen kommen aus besonders erlesenen Hochzucht-Linien. Hierbei handelt es sich um Verpaarungen besonders hoch ausgezeichneter Rüden und Hündinnen. Oft sind diese Welpen schon verkauft, bevor sie geworfen wurden.

Erwachsene Hunde

Erwachsene Schäferhunde, vor allem Deckrüden aus der Hochzucht mit einer stattlichen Anzahl von Ausstellungssiegen (insb. mit VA Bewertung), erzielen unter Liebhabern sehr hohe Preise. Diese reichen von einigen Tausend Euro bis hin zu Sensationspreisen von bis zu einer halben Million Euro. Insbesondere Interessenten aus den arabischen Ländern oder aus Asien (insb. China und Japan) bezahlen für hoch prämierte Deckrüden ein Vermögen. Auch besonders erfolgreiche Sporthunde aus der Leistungszucht (Bundessiegerprüfungs- oder WUSV-Weltmeisterschafts-Teilnehmer) erzielen überdurchschnittliche Preise von mehreren Tausend Euro, die Spitzenpreise der Hochzucht sind aber nicht zu erzielen.

In den USA gelten Deutsche Schäferhunde (German Shepherd Dogs) als Statussymbol und dort werden wesentlich höhere Verkaufspreise als im Stammland des DSH Deutschland erzielt. Manche Züchter verlangen bis zu 5.000 US-Dollar für einen Welpen, wovon 1/5, also 1.000 Dollar schon zu zahlen sind, bevor die Hunde auf der Welt sind. Auch viele Leistungshunde werden an Liebhaber oder Diensthundeführer in die USA verkauft. Auch für diese Hunde lässt sich dort ein höherer Preis als in Deutschland erzielen.

Für erwachsene Hunde (auch mit zuchtausschließenden Mängeln), welche die hohen Anforderungen erfüllen und als Diensthunde von Polizei, Bundeswehr, Bundespolizei oder privaten Sicherheitsfirmen gekauft werden, sind Preise bis zu 2000 Euro üblich. Teilweise wird eine Schutzhundeprüfung 1 bzw. A beim Ankauf vorausgesetzt.

 


Entwicklung der Rasse

Bekannt ist Horand, der erste von Stephanitz 1895 ins Zuchtbuch eingetragenen Schäferhund. Er ähnelt nur noch entfernt der heutigen "Schaulinie" Deutscher Schäferhund. Er war leichter und weniger massig.

Die Bilder unten zeigen etwas überzeichnet die Entwicklung der Rasse in den Jahren 1920 bis heute. Der ursprüngliche DSH glich in Aussehen und Gewicht mehr dem heutigen Belgischen Schäferhund. Der DSH von heute ist größer und massiger. Auffällig ist der abfallende Rücken, der rein aus einem zweifelhaften Schönheitsideal angezüchtet wurde. Zum Glück zeigen sich Tendenzen diesen Weg wieder zu verlassen. Abbildung 1 zeigt einen Schäferhundrüden, der im Jahre 1920 Ausstellungssieger wurde. Beachten Sie, daß das Foto perspektivisch verzerrt ist, da das Tier schräg von der Kamera weg steht. Die eingezeichneten Linien zeigen, daß das Verhältnis der Beinwinkel einen nahezu rechteckigen Stand bewirkt. Abbildung 2 zeigt zum Vergleich einen Saarloos Wolfshund mit absolut rechtwinkligen Beinwinkeln, einen geraden, nicht überstreckten Hund. Abbildung 3 gibt einen Schäferhund aus der DDR-Zuchtlinie wieder. Die DDR-Züchter erhielten in stärkerem Ausmaß die alte Form und zeigen auch eine Tendenz zu längerem Fell und der alten, dunkleren Farbe. Aufgrund der weit weniger häufigen Tendenz zu Hüftgelenkdysplasie sind diese Tiere in der Gebrauchshundezucht recht begehrt. Der Versuch, diese Linien als Ostdeutscher Schäferhund zu erhalten, wird vom SV nicht unterstützt. Abbildungen 4 und 5 zeigen Schäferhunde, wie sie vom SV im VDH heute gezüchtet werden. Schräger, abfallender Rücken, weit nach hinten fliehende Beine, die ständig überstreckt sind.

Abb.1 Foto eines Schäferhundes, der 1920 Ausstellungssieger wurde Abb.2 Im Vergleich dazu: Bein- und Rückenlinien eines Saarloos Wolfshundes Abb.3 Schäferhund aus der "DDR-Linie", weniger überstreckt, mehr rechteckig Abb.4 Die aktuelle überstreckte Linie des Schäferhundes Abb.5 Je überstreckter, desto wertvoller. Preisgekrönter Schäferhund aus den USA

 


FCI-Standard

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Deutsche Schäferhund ist mittelgross, leicht gestreckt, kräftig und gut bemuskelt, die Knochen trocken und das Gesamtgefüge fest. Wichtige Massverhältnisse: Die Widerristhöhe beträgt für Rüden 60 cm bis 65 cm, bei Hündinnen 55 cm bis 60 cm. Die Rumpflänge übertrifft das Mass der Widerristhöhe um etwa 10 - 17%.

Wesen

Der Deutsche Schäferhund muss vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, absolut unbefangen und (ausserhalb einer Reizlage) gutartig sein, dazu aufmerksam und führig. Er muss Mut, Kampftrieb und Härte besitzen, um als Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein.

Kopf

Der Kopf ist keilförmig, der Körpergrösse entsprechen (Länge etwa 40% der Widerristhöhe), ohne plump oder überstreckt zu sein, in der Gesamterscheinung trocken zwischen den Ohren mässig breit. Die Stirn ist von vorn und von der Seite gesehen nur wenig gewölbt und ohne oder mit nur schwach angedeuteter Mittelfurche. Das Verhältnis von Oberkopf zu Gesichtsteil beträgt 50% zu 50%. Die Oberkopfbreite entspricht in etwa der Oberkopflänge. Der Oberkopf geht (von oben gesehen) von den Ohren zur Nasenkuppe sich gleichmässig verjüngend mit schräg verlaufendem, nicht scharf ausgebildetem Stirnabsatz in den keilförmig verlaufenden Gesichtsteil (Fangteil) des Kopfes über. Ober- und Unterkiefer sind kräftig ausgebildet. Der Nasenrücken gerade, eine Einsattelung oder Aufwölbung ist nicht erwünscht. Die Lippen sind straff, gut schliessend und von dunkler Färbung.

Nase

Die Nase muss schwarz sein.

Gebiss

Das Gebiss muss kräftig, gesund und vollständig sein (42 Zähne gemäss der Zahnformel). Der Deutsche Schäferhund hat ein Scherengebiss, d.h. die Schneidezähne müssen scherenartig ineinandergreifen, wobei die Schneidezähne des Oberkiefers scherenartig die des Unterkiefers überschneiden. Auf-, Vor- und Rückbiss ist fehlerhaft, ebenso grössere Zwischenräume zwischen den Zähnen (lückenhafte Stellung). Fehlerhaft ist ebenso die gerade Zahnleiste der Schneidezähne. Die Kieferknochen müssen kräftig entwickelt sein, damit die Zähne tief in die Zahnleiste eingebettet sein können.

Augen

Die Augen sind mittelgross, mandelförmig, etwas schrägliegend und nicht hervortretend. Die Farbe der Augen soll möglichst dunkel sein. Helle, stechende Augen sind nicht erwünscht, da sie den Ausdruck des Hundes beeinträchtigen.

Ohren

Der Deutsche Schäferhund hat Stehohren von mittlerer Grösse, die aufrecht und gleichgerichtet getragen werden (nicht seitwärts eingezogen), sie sind spitz auslaufend und mit der Muschel nach vorn gestellt. Kippohren und Hängeohren sind fehlerhaft. In der Bewegung bzw. Ruhestellung nach hinten angelegt getragene Ohren sind nicht fehlerhaft.

Hals

Der Hals soll kräftig, gut bemuskelt und ohne lose Kehlhaut (Wamme) sein. Die Zuwinkelung zum Rumpf (Horizontale) beträgt ca. 45%.

Körper

Die Oberlinie verläuft vom Halsansatz an über den gut ausgebildeten Widerrist und über den zur Horizontalen ganz leicht abfallenden Rücken bis zur leicht abfallenden Kruppe ohne sichtbare Unterbrechung. Der Rücken ist fest, kräftig und gut bemuskelt. Die Lende ist breit, kräftig ausgebildet und gut bemuskelt. Die Kruppe soll lang und leicht abfallend (ca. 23° zur Horizontalen) sein und ohne Unterbrechung der Oberlinie in den Rutenansatz übergehen.

Brust

Die Brust soll mässig breit sein, die Unterbrust möglichst lang und ausgeprägt. Die Brusttiefe soll etwa 45% bis 48% der Widerristhöhe betragen. Die Rippen sollen mässige Wölbung ausweisen, tonnenförmige Brust ist ebenso fehlerhaft wie Flachrippigkeit.

Rute

Reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, jedoch nicht über die Mitte des Hintermittelfusses hinaus. Sie ist an der Unterseite etwas länger behaart und wird in sanft herabhängendem Bogen getragen, wobei sie in der Erregung und in der Bewegung stärker angehoben getragen wird, jedoch nicht über die Horizontale hinaus. Operative Korrekturen sind verboten.

Gliedmassen - Vorhand

Die Vordergliedmassen sind von allen Seiten gesehen gerade, von vorn gesehen absolut parallel. Das Schulterblatt und der Oberarm sind von gleicher Länge und mittels kräftiger Bemuskelung fest am Rumpf angelagert. Die Winkelung von Schulterblatt und Oberarm beträgt im Idealfall 90°, im Regelfall bis 110°. Die Ellenbogen dürfen weder im Stand noch in der Bewegung ausgedreht werden und ebenso nicht eingedrückt sein. Die Unterarme sind von allen Seiten gesehen gerade und zueinander absolut parallel stehend, trocken und fest bemuskelt. Der Vordermittelfuss hat eine Länge von ca. 1/3 des Unterarmes und hat einen Winkel von ca. 20° bis 22° zu diesem. Sowohl ein zu schräg stehender Vordermittelfuss (mehr als 22°) als auch ein steil stehender Vordermittelfuss (weniger als 20°) beeinträchtigen die Gebrauchseignung, insbesondere die Ausdauerfähigkeit.

Pfoten

Sind rundlich, gut geschlossen und gewölbt, die Sohlen hart, aber nicht spröde. Die Nägel sind kräftig und von dunkler Farbe.

Hinterhand

Die Stellung der Hinterläufe ist leicht rückständig, wobei die Hintergliedmassen von hinten gesehen parallel zueinander stehen, Oberschenkel und Unterschenkel sind von annähernd gleicher Länge und bilden einen Winkel von ca. 120°, die Keulen sind kräftig und gut bemuskelt. Die Sprunggelenke sind kräftig ausgebildet und fest, der Hintermittelfuss steht senkrecht unter dem Sprunggelenk.

Pfoten

sind geschlossen, leicht gewölbt, die Ballen hart und von dunkler Farbe, die Nägel kräftig, gewölbt und ebenfalls von dunkler Farbe.

Gangwerk

Der Deutsche Schäferhund ist ein Traber, die Gliedmassen müssen in Länge und Winkelungen so aufeinander abgestimmt sein, dass er ohne wesentliche Veränderung der Rückenlinie die Hinterhand bis zum Rumpf hin verschieben und mit der Vorhand genau soweit ausgreifen kann. Jede Neigung zur Überwinkelung der Hinterhand mindert die Festigkeit und die Ausdauer und damit die Gebrauchstüchtigkeit. Bei korrekten Gebäudeverhältnissen und Winkelungen ergibt sich ein raumgreifendes, flach über den Boden gehendes Gangwerk, das den Eindruck müheloser Vorwärtsbewegungen vermittelt. Bei einem nach vorn geschobenen Kopf und leicht angehobener Rute ergibt sich bei einem gleichmässigen und ruhigen Trab eine von den Ohrenspitzen über den Nacken und Rücken bis zum Rutenende verlaufende weichgeschwungene und nicht unterbrochene Rückenlinie.

Haut

Die Haut ist (lose) anliegend, ohne jedoch Falten zu bilden. Haarkleid - Beschaffenheit des Haares: Die korrekte Behaarung für den Deutschen Schäferhund ist das Stockhaar mit Unterwolle. Das Deckhaar soll möglichst dicht, gerade, harsch und fest anliegend sein. Am Kopf einschliesslich des Ohrinneren, an der Vorderseite der Läufe, an Pfoten und Zehen kurz, am Hals etwas länger und stärker behaart. An der Rückseite der Läufe verlängert sich das Haar bis zum Vorderwurzelgelenk bzw. bis zum Sprunggelenk, an der Rückseite der Keulen bildet es mässige Hosen.

Farben

Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, Schwarz einfarbig, grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske. Unauffällige, kleine weisse Brustabzeichen sowie helle Innenseiten sind zugelassen, aber nicht erwünscht. Die Nasenkuppe muss bei allen Farbschlägen schwarz sein. Fehlende Maske, helle bis stechende Augenfarbe sowie helle bis weissliche Abzeichen an Brust und Innenseiten, helle Krallen und rote Rutenspitze sind als Pigmentschwäche zu bewerten. Die Unterwolle zeigt einen leichten Grauton. Die Farbe weiss ist nicht zugelassen.

Grösse / Gewicht

Rüden; Widerristhöhe zwischen 60 cm bis 65 cm, Gewicht von 30 kg bis 40 kg, Hündinnen; Widerristhöhe zwischen 55 cm bis 60 cm, Gewicht von 22 kg bis 32 kg. Hoden: Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelt Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack (Skrotum) befinden.

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Schwere Fehler

Abweichungen von den vorstehend beschriebenen Rassekennzeichen, welche die Gebrauchsfähigkeit beeinträchtigen. Ohrenfehler: Seitlich zu tief angesetzte Ohren, Kippohren, Schildspannerstellung der Ohren, nicht gefestigte Ohren. Erhebliche Pigmentmängel. Stark beeinträchtigte Gesamtfestigkeit. Zahnfehler: Alle Abweichungen vom Scherengebiss und der Zahnformel, soweit es sich nicht um ausschliessende Fehler (siehe folgendes) handelt.

Ausschliessende Fehler

a) Wesensschwache, bissige und nervenschwache Hunde. b) Hunde mit nachgewiesener "schwerer HD". c) Monorchiden und Kryptorchiden sowie Hunde mit deutlich ungleichen bzw. verkümmerten Hoden. d) Hunde mit entstellenden Ohren- bzw. Rutenfehler. e) Hunde mit Missbildungen. f) Hunde mit Zahnfehlern bei Fehlen von: 1 mal Prämolar 3 und ein weiterer Zahn oder 1 Fangzahn oder 1 Prämolar 4 oder 1 Molar 1 bzw. Molar 2 oder insgesamt 3 Zähne und mehr. g) Hunde mit Kiefernmängel: Rückbiss von 2 mm und mehr, Vorbiss, Aufbeissen im gesamten Schneidezahnbereich. h) Hunde mit Über- bzw. Untergrösse von mehr als 1 cm. i) Albinismus. j) Die Haarfarbe weiss (auch bei dunklen Augen und Nägeln). k) Langstockhaar (langes, weiches, nicht fest anliegendes Deckhaar mit Unterwolle, Fahnen an Ohren und Läufen, buschige Hosen und buschige Rute mit Fahnenbildung nach unten). l) Langhaar (langes, weiches Deckhaar ohne Unterwolle]

 


Alle hier aufgeführten Beschreibungen des
 Deutschen Schäferhundes stammen von Dog Wiki